Die TGHG

Die TGHG ist Halterin der immissionsschutzrechtlichen Genehmigungen und Betreiberin für die an unserem Standort in Troisdorf betriebene Anlage zur Herstellung, Be-/ Verarbeitung usw. von explosionsgefährlichen Stoffen i.S. des Sprengstoffgesetzes.
Diese Fertigung erfolgt seit über 125 Jahren an unserem Standort – bekannt über die ehemalige Firma Dynamit Nobel.
Heute wird die Fertigung noch von den beiden Unternehmen dynITEC GmbH und DynaEnergetics GmbH & Co.KG operativ am Standort durchgeführt, für die aus rechtlichen Vorgaben die TGHG eben die erforderlichen Genehmigungen hält und Betreiberin der genehmigungsbedürftigen Anlage ist; die übrigen Unternehmen sind Grundstückseigentümer und Dienstleister für die Infrastruktur

Dynamit Nobel GmbH

Orica Europe Gmbh & Co. KG

Dynamit Nobel GmbH
Explosionsstoff- & Systemtechnik

DynaEnergetics Europe GmbH

dynITEC GmbH

Aufgrund des „Umganges“ mit o.g. explosionsgefährlichen Stoffen (Explosivstoffe) ist unser Standort ein sogenannter „Betriebsbereich“, der unter die Regelungen der Störfallverordnung (12. VO zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes) fällt.

Durch die insgesamt zulässigen Stoffmengen sind wir ein „Störfallbetrieb der oberen Klasse“ (solchen Betrieben obliegen weitergehende Sicherheitspflichten).Die Störfallverordnung verpflichtet uns, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um Störfälle zu verhindern und vorzusorgen, dass für evtl. Dennochfälle deren Auswirkungen begrenzt bleiben.

Des Weiteren obliegen uns Informationspflichten gegenüber der Öffentlichkeit, denen wir nach den Vorgaben der Störfallverordnung wie folgt nachkommen:

Allgemeine Informationen

1. Betreiberin des o.g. Betriebsbereiches:
TGHG Troisdorf Genehmigungshaltergesellschaft mbH

2. Der Betriebsbereich

  • unterliegt den Vorschriften der Störfallverordnung für Solche der „oberen Klasse“
  • wurde der zuständigen Behörde (Bezirksregierung Köln, Dez. 53) nach § 7 angezeigt und der erstellte Sicherheitsbericht nach § 9 vorgelegt.

3. In unserem Betriebsbereich stellen wir explosionsgefährliche Stoffe i.S.d. Spreng¬stoffgesetzes (Explosivstoffe) her und verarbeiten diese in Gegenständen, die für die Anwendung von Sprengstoffen benötigt werden. Solche sind Zünd- und Anzündmittel verschiedenster Art und Funktionsweise.

4. Nach der zur Störfallverordnung zugehörigen Auflistung der störfallrelevanten Stoffe (Anhang I), von denen ein Störfall ausgehen könnte, sind in unserem Betriebsbereich Solche mit folgenden wesentlichen Gefahrenmerkmalen vorhanden:

Explosivstoffe

Als Solche sind entsprechend der Einteilung nach ihrer Gefährlichkeit vorhanden:

Diese können in der Masse explodieren und gefährden durch Druckwirkung, Flammen, Spreng- oder Wurfstücke.

Diese explodieren nicht in der Masse und gefährden durch geringere Wirkung als die vorgenannten Stoffe.

Diese explodieren ebenfalls nicht in der Masse, brennen aber sehr heftig und unter starker Wärmeabwicklung ab.

Diese brennen ab, stellen aber keine bedeutsame Gefahr dar, da ihre Wirkung unmittelbar auf die Örtlichkeit beschränkt bleibt.

Diese Explosivstoffe liegen je nach Fertigungsstufe als reine Stoffe, Stoffgemische oder als handhabungsfertige Gegenstände, die diese Stoffe enthalten, vor.

Einige der Explosivstoffe haben zusätzlich auch für den Menschen giftige oder/und umweltgefährdende Wirkung und sind von daher ebenfalls den störfallrelevanten Stoffen zugeordnet.

Sonstige störfallrelevante Stoffe

Als Solche sind entsprechend der Einteilung nach ihrer Gefährlichkeit vorhanden:

  • hochkonzentrierte Salpetersäure –  oxidierende Flüssigkeit
  • Methanol –  giftige, brennbare Flüssigkeit
  • Säuren, Laugen und Lösemittel als wassergefährdende Stoffe.

5. In einem Ereignisfall, der Auswirkungen über unseren Standort hinaus in die Nachbarschaft hat oder haben kann, werden Sie über Sirene oder durch Lautsprecherdurchsage öffentlicher Rettungskräfte gewarnt.

Wie Sie sich dann bitte verhalten, entnehmen Sie der Anlage zu dieser Information.

6. Unser Betriebsbereich unterliegt regelmäßigen Inspektionen durch unsere Überwachungsbehörde. Informationen über die Inspektionen können Sie bei der Überwachungsbehörde

Bezirksregierung Köln, Zeughausstraße 2-10, 50667 Köln

auf Anfrage einholen. Die letzte Inspektion fand statt am 27.11.2019.

7. Weitere Informationen über uns können Sie schriftlich, telefonisch oder per eMail über folgende Ansprechstelle einholen:

TGHG Troisdorf Genehmigungshaltergesellschaft mbH
Herrn Matthias Weiser
Kaiserstr. 3, 53840 Troisdorf

oder wählen Sie während der Dienstzeit die Telefon-Nr.:

02241 / 89-1603
und per Fax: 02241 / 89-1640

eMail:  matthias.weiser@dynamit-nobel-gmbh.com

Unser Werkschutz ist jederzeit über folgende Telefonnummer zu erreichen:

02241 / 89-1555
und per Fax: 02241 / 89-1627

werkschutz.tghg@dynamit-nobel-gmbh.com

Weitergehende Informationen

1. Gefahren eines evtl. Störfalles

Ein Störfall ist rechtlich wie folgt definiert (siehe § 2, Nr. 7 Störfallverordnung):

Ein Ereignis, das unmittelbar oder später oder außerhalb des
Betriebsbereiches zu einer ernsten Gefahr oder zu Sachschäden
bestimmter Höhe führen kann.

 

In diesem Sinne sind folgende wesentliche Störfallszenarien zu betrachten, für die entsprechende Maßnahmen zur Verhinderung oder /und zur Begrenzung ihrer Auswirkungen getroffen sind:

Scenario

Detonation von Explosivstoffen in einem Gebäude/Raum

Getroffene Maßnahmen

Auf Basis der sprengstoff- und genehmigungsrechtlichen Vorschriften:

  • Personenbegrenzung je Gebäude / Raum.
  • Mengenbegrenzung der Explosivstoffe je Gebäude / Raum.
  • Errichtung und Betrieb der technischen Anlagen nach dem Stand der Technik.
  • Ausgebildetes, unterwiesenes Personal.
  • Umgang mit Explosivstoffen soweit wie möglich „unter Sicherheit“.
  • Bauweise der Gebäude mit Widerstandswänden oder Ausblas­flächen und mit Sicherheitsabständen untereinander, die eine Explosionsübertragung verhindern.
  • Mengenbegrenzung der Explosivstoffe so, dass der sprengstoff­rechtliche Schutzabstand (einfacher Abstand) an der Zaunanlage des Standortes endet.
  • Umfangreiche organisatorische Schutzmaßnahmen, in die auch Besucher und am Standort tätige Fremdfirmen einbezogen sind.

Ein solches Ereignis kann Personen, die sich in dessen Einwirkungsbereich befinden, gefährden, Wurfstücke von Bauteilen verursachen, ggf. zu einem geringen Folgebrand führen und eine Staub-/ Rauchwolke erzeugen, die je nach Wetterlage über den Standort hinaus abziehen könnte. Da durch eine Detonation die Explosivstoffe umgesetzt werden, und ansonsten keine brennbaren Stoffe in relevantem Umfang in den Gebäuden vorhanden sind, ist die Entstehung ausgeprägter Rauchsäulen mit schädlichen Brandgasen nicht zu erwarten.

In näherer Umgebung unseres Standortes erzeugt ein solches Ereignis einen Explosionsknall, wodurch sich Personen erschrecken können, und es sind Sachschäden durch Druckwirkung oder Wurfstücke möglich.

Scenario

Austritt hoch-konzentrierter Salpetersäure bei der LKW-/Be-und Entladung oder der Tanklagerung

Getroffene Maßnahmen

Auf Basis der sprengstoff- und genehmigungsrechtlichen Vorschriften:

  • Personenbegrenzung je Gebäude / Raum.
  • Mengenbegrenzung der Explosivstoffe je Gebäude / Raum.
  • Errichtung und Betrieb der technischen Anlagen nach dem Stand der Technik.
  • Ausgebildetes, unterwiesenes Personal.
  • Umgang mit Explosivstoffen soweit wie möglich „unter Sicherheit“.
  • Bauweise der Gebäude mit Widerstandswänden oder Ausblas­flächen und mit Sicherheitsabständen untereinander, die eine Explosionsübertragung verhindern.
  • Mengenbegrenzung der Explosivstoffe so, dass der sprengstoff­rechtliche Schutzabstand (einfacher Abstand) an der Zaunanlage des Standortes endet.
  • Umfangreiche organisatorische Schutzmaßnahmen, in die auch Besucher und am Standort tätige Fremdfirmen einbezogen sind.

Im Falle eines Stoffaustrittes wird die Austrittsmenge im jeweiligen Auffangraum aufgefangen, d.h., es erfolgt kein Ablauf in ungesicherte Bodenbereiche / Kanalisation.

In diesem Fall reagiert die Feuchtigkeit der Atmosphäre an der Oberfläche der Flüssigkeitslache mit der Salpetersäure unter Bildung von gasförmigen Stickstoffoxiden.

Durch worst-case-Berechnung ist belegt, dass die Konzentration der Stickstoffoxide noch auf dem Standortgelände sich auf ein ungefährliches Maß für den Menschen reduziert. Zum Schutz unserer Mitarbeiter sind entsprechende organisatorische  Verhaltensmaß­nahmen festgelegt und persönliche Schutzausrüstungen vorhanden.

Scenario

Vollbrand der gelagerten ortsbeweglichen Behälter mit Methanol/ methanolhaltiger Flüssigkeit

Getroffene Maßnahmen

  • Lagerung der Stoffe in einem Gefahrgutlagercontainer.
  • Im Container integrierte Auffangwannen.
  • Brandmeldeanlage.
Im Brandfall entstehen gasförmiges Kohlendioxid -CO2– (unkritisch) und Kohlenmonoxid
-CO- mit giftiger Auswirkung auf Menschen. Auch hierfür wurde durch worst-case-Berechnung für einen Vollbrand der gesamten Menge belegt, dass bereits im nahen Umfeld des Schadensortes (dieser liegt innerhalb des Standortbereiches) der ERPG – 2 – Wert (Richtwert für die vorbeugende Gefahrenabwehr) für Kohlenmonoxid unterschritten wird. Für diesen Fall sind ebenfalls entsprechende organisatorische Verhaltensmaß­nahmen festgelegt und persönliche Schutzausrüstungen vorhanden.

Unsere Verantwortung

Als Betreiber des Betriebsbereiches sind wir verpflichtet, auf unserem Gelände Maßnahmen zur Verhinderung von Störfällen und zur größtmöglichen Begrenzung deren Auswirkungen zu treffen. Diese Maßnahmen sind vorgenannter Ziffer 1 zu entnehmen.

Ergänzend werden solche Maßnahmen im Ereignisfall in enger Zusammenarbeit mit Notfall- und Rettungsdiensten, die auch über eine Direkttelefonleitung alarmiert werden, ergriffen. Schadstoffimmissionsmessungen werden im Ergebnisfall durch die öffentliche Feuerwehr durchgeführt.

Für unseren Betriebsbereich haben wir einen Alarm- und Gefahrenabwehrplan erstellt, der mit den zuständigen Brandschutzdienststellen abgestimmt ist. Dieser Plan wird regelmäßig überprüft und bedarfsorientiert angepasst.

Ausblick

Sicherheit beim Umgang mit Explosivstoffen war in der Vergangenheit und ist heute oberstes Ziel unserer Tätigkeiten am Standort. Hierzu arbeiten wir eng mit den zuständigen Behörden zusammen. Trotzdem ist ein Ereignis mit Auswirkungen auf Mensch und Umwelt im Betriebsbereich und der näheren Umgebung nicht mit absoluter Sicherheit auszuschließen.

Unsere Verantwortung zur Störfallvorsorge nehmen wir sehr ernst und wollen so die Wahrscheinlichkeit eines Dennochereignisses auf ein absolutes Minimum reduzieren.

Wie reagieren Sie bei einem Störfall richtig?

Warnehmungen und Informationen

Lautsprecher

Leisten Sie den Weisungen der Einsatzkräfte unbedingt Folge!

Sierenensignal

Be 1 Minute auf- und abschwillendem Heulton: Schalten Sie Ihr Radio ein.

Verhalten

Vom Unfallort fernbleiben. Gebäude aufsuchen. Kinder ins Haus holen. Behinderten und älteren Menschen helfen. Passanten aufnehmen. Erst bei Entwarnung Gebäude verlassen.

Nasse Tücher vor Mund und Nase halten. Bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen Kontakt mit dem Arzt aufnehmen.

Fenster und Türen schließen. Klimaanlage ausschalten. Lüftung im Auto abstellen.

Einschalten auf:
WDR 2
UKW/FM 100.4 MHz, (bei Kabelanschluss 99,45 MHz)
Radio Bonn/Rhein-Sieg
UKW/FM 98,9 MHz (bei Kabelanschluss 96,65 MHz)

Nicht telefonieren!

Greifen Sie nur im äußersten Notfall zum Telefon.
Verwenden Sie dann die bekannten Notrufe:
110 Polizei
112 Rettungsdienst/ Feuerwehr

Bitte Reihenfolge beachten.

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